Kasachstan

Politische Lage und Sicherheit

  • Kasachstan ist auf dem besten Wege in eine Diktatur. Mehr dazu unter: Wikipedia, Süddeutsche, Zeit. Als Tourist spürt man das durch viele Polizeikontrollen.
  • Bis auf die teilweise riskante Fahrweise in den Städten und Abzockversuche der Polizei ist das Land sehr sicher. Keine einzige negative Erfahrung in zwei Monaten.

Einreise

  • Visumspflicht
  • Zollerklärung für Fahrzeuge nur in Russland, da Russland, Weißrussland und Kasachstan eine Zollunion bilden
  • Registrierung nach Grenzübertritt innerhalb von 5 Tagen in einer Migrationsbehörde (Atyrau: 47.093727,51.921031, Almaty: 43.250310,76.925000, Astana: 51.170990,71422230), sonst Probleme bei Ausreise, Kontrollen etc.
  • Hunde: Grenzübertritt kein Problem, da Zollunion mit Russland. Für Grenzübertritt nach Russland vorher (max. 48 Stunden) Gesundheitszeugnis bei Tierarzt ausstellen lassen (z.B. in der Ukraine: 45.360320,36.515280)

Fahrzeug

  • Geländegängige Fahrzeuge sind von Vorteil aber nicht notwendig. Viel Bodenfreiheit ist jedoch ratsam, wenn man auch Nebenstrecken befahren will.
  • Gängige deutsche Autotypen in Kasachstan sind alle neueren Modelle von VW, Mercedes, Audi und BMW. Häufig gefahren werden der Audi 100 ab Baujahr 1982, der VW Passat 35i und der Mercedes Benz E ab Baujahr 1984. Auch häufig zu sehen sind MB Sprinter, MB T1, MB 609, zudem viele japanische und koreanische Fahrzeuge. Selten sieht man einen Opel Vectra oder Omega, manchmal einen Ford Galaxy oder einen VW T3. Andere eurpäische Fabrikate wie Peugeot, Renault, Volvo, Seat, Skoda, Fiat etc. findet man dagegen gar nicht.

Polizei

  • Auch tagsüber mit Abblendlicht fahren und an jedem Stoppschild anhalten, sonst Ärger bei Polizeikontrollen. Oft lauert die Polizei in Privatfahrzeugen hinter unsinnigen Stoppschildern. Dies kann man z.B. bereits unmittelbar hinter dem Grenzübergang bei Astrachan erfahren.
  • Polizeikontrollen an den Ausfahrtstraßen der Städte, an Bahnübergängen in Stadtnähe, an großen Kreuzungen und Territoriumsgrenzen. Mit auffälligen Fahrzeugen wird man fast immer angehalten, d.h. bei viel Fahrstrecke mind. einmal pro Tag.
  • Radarkontrollen auffällig häufig im Süden des Landes zwischen Schymkent und Almaty.
  • Bei Abzockversuchen der Polizei niemals den geforderten Betrag von meistens 5.000 Tenge (ca. 30 Euro) zahlen. Dieser wandert sofort in die Taschen der Polizisten. Einen offiziellen Strafzettel (Quittanzia) fordern und mit der deutschen Botschaft (Pasolstwa Germania) drohen. Meistens wird man dann weitergeschickt oder kommt mit einem viel niedrigeren Bestechungsgeld davon.
  • Die wichtigsten russischen Begriffe im Umgang mit der Polizei: siehe Artikel Policetalk

Autoversicherung (Strachovania)

  • Keine Haftplicht, aber Versicherung sinnvoll, da häufig von der Polizei verlangt. Versicherung für 3 Monate umgerechnet ca. 30 Euro. Erhältlich überall in kleinen Versicherungsbüros in den Städten.

LPG/Autogas, Gas für Campingflaschen

Straßenverhältnisse:

  • Lange Nebenstrecken vermeiden oder nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahren (z.B. Direktverbindung zwischen Atyrau und Aktöbe – von 500 km ca. 240 km neben der Strecke in der Steppe, für die gesamten 500 km 3-4 Tage Fahrzeit einplanen)
  • M32 zwischen Aktöbe und Schymkent wird erneuert und frühestens März 2013 fertiggestellt. Derzeit (Juli 2012) ca. 300 Kilometer Behelfsstraßen (Schotter) neben den Bauarbeiten in einem Zustand, der mit normalen PKWs mit max. 30 km/h befahrbar ist. Bessere Straßen über A32 von Karabutak bis Kostanay, dann M36 über Astana, allerdings mind. 1.000 km Umweg nach Almaty.
  • Schotterstrecken belasten die Reifen stark. Reifenpannen sind relativ häufig sichtbar. Kasachische LKWs führen daher fast immer zwei Ersatzreifen mit. Empfehlenswert auch für Fahrzeuge mit Straßenreifen.
  • 400 km Teilstück der M32 zwischen Karabutak und Aralsk fast fertiggestellt (Juli 2012), jedoch keine einzige Tankstelle (spätestens bei der Abzweigung M32/A32 in Karabutak (kein Autogas) tanken und Reservekanister füllen).
  • Autoreparaturen in vielen kleinen Werkstätten in den Städten günstig. Ersatzteillage für gängige deutsche (VW, Mercedes, Audi, BMW), japanische und koreanische Automodelle gut.

Verkehr

  • Verkehrsregeln: alles vergessen, was man aus Deutschland kennt. Vorfahrt hat derjenige, der vor einem fährt. Gerade in großen Städten fahren Besitzer von nagelneuen SUVs und Limousinen wie die Henker. Es wird bei Rot gefahren, abgedrängt, vorgedrängt, gehupt, Vorfahrt missachtet, rechts überholt etc. Die Polizei kontrolliert nur die Geschwindigkeit auf Landstraßen (hauptsächlich zwischen Schymkent und Almaty) sowie Lappalien wie Stoppschilder an Bahnübergängen, Abblendlicht bei Tag und Falschparken.
  • Einmal begonnene Überholvorgänge werden von kasachischen Fahrern in der Regel durchgezogen, egal ob Gegenverkehr auftaucht. Dann wird eben eine neue Spur aufgemacht. Alle Beteiligte (Überholender, Überholter, Gegenverkehr) gehen damit auffällig locker um.

Wasser

  • Brauchwasser fast immer an Tankstellen und öffentlichen Brunnen in den Städten erhältlich
  • Trinkwasser in Markets, an Quellen und Brunnen

Geld

  • In allen Städten ab 20.000 Einwohnern visafähige Bankautomaten.
  • Gängige Währung neben dem Tenge sind der Dollar und der Euro.
  • Derzeitiger Kurs (Stand: August 2012): 1 Euro = 180 Tenge

Internet

  • Nur wenige öffentliche WLAN-Zugänge
  • KCell-USB-Modem und SIM-Karte inkl. 10 GB Transfer für ca. 25 Euro erhältlich (APN: Internet). Außerhalb der Städte GPRS, innerhalb UMTS

Poste Restante Almaty:

  • Adresse: Vorname und Name, Central Post Office – Poste Restante, Bogenbay Batyr 134, Almaty 050000, Kasachstan
  • Koordinaten Postamt in Almaty: 43.253000,76.943350
  • Eine Brief- /Buchsendung aus Deutschland dauert ca. 3-4 Wochen
  • Um den Brief abzuholen, zieht man in der Hauptpost zunächst eine Nummer. Man wählt an dem Automaten zwischen verschiedenen Aktionen: Brief abholen (priamo picmo, 2. Button von oben, zur Not hilft der Wachmann). Briefe sind am Schalter Nr. 5 hinterlegt. Man erhält sie gegen Vorlage des Passes.
  • Pakete holt man an einem anderen Schalter ab. Dafür sollte man die Paketnummer mitbringen.

Stellplätze

Sonstiges

  • Russische Enklave Baikonur nur mit Sondererlaubnis betretbar. Diskussionen mit Beamten fruchtlos.
  • Russischkenntnisse notwendig. Junge Menschen sprechen manchmal ein paar Brocken Englisch.

3 Kommentare zu Kasachstan

  1. Landytracks sagt:

    Hallo Sylvia, hallo Karsten,
    freuen uns, dass ihr nun in Kirgistan seid.
    Danke für die wertvollen Infos zu Kasachstan.
    Betr. Registrierung:
    Diese ist offenbar nicht mit jedem Visumtyp im Landnotwendig. Ihr habt ja eins mit 2-maliger Einreise, da ist das nötig, ansonsten siehe nachfolgenden Ausschnitt aus der Info der Botschaft:
    3. REGISTRIERUNG BEI DEN BEHÖRDEN DES INNENMINISTERIUMS UND IN DEN HOTELS
    (bezieht sich auch auf die Bürger der Staaten, mit denen Kasachstan eine Vereinbarung über Freizügigkeit ohne Visum abgeschlossen hat)
    Ab dem 1. August 2005 wird die Registrierung der Pässe der für drei Monate (90 Tage, einmalige Einreise) in die Republik Kasachstan einreisenden Personen während der Visumsausstellung bei den Konsulaten der Republik Kasachstan kostenlos durchgeführt.
    Nach der Registrierung des Passes mit dem Visum und der Ausstellung des Migrationsausweises im Konsulat der RK ist der Besuch von Behörden des Innenministeriums bei der Ankunft in Kasachstan nicht notwendig.
    Betr. SIM:
    Könntet ihr vielleicht noch den APN hinzufügen?
    Viel Spass noch am IssyCool
    Bärbel und Bernd

    • Karsten sagt:

      Theorie und Praxis: Reisende aus Deutschland, die wir in Almaty kennengelernt haben, hatten genau mit deiner Argumentation keine Registrierung bei der Migrationsbehörde vornehmen lassen. Bei der Ausreise aus Kasachstan wollten die Grenzbeamten dann wegen mangelnder Registrierung eine Strafe verhängen. Nur nach Protest hat man sie ohne Zahlung weiterfahren lassen. Entweder kannten die Grenzbeamten diesen Passus nicht oder sie wollten einfach nur Kasse machen. Ich vermute letzteres. Mindestens ein Viertel der Beamten in Kasachstan, mit denen wir Kontakt hatten, gehören wegen ihres Verhaltens in den Knast.

      Der APN für KCell lautet: Internet.

  2. Landytracks sagt:

    Man kann sich ja den Originaltext schon zu Hause oder auch unterwegs übersetzen lassen, ausdrucken und dann vorzeigen. Ich denke, da kommen diese „Beamten“ dann doch nicht gegen an.

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